Der europäische Cloud-Markt wächst. Immer mehr deutsche Unternehmen setzen auf EU-Lösungen wie Open Telekom Cloud. Die Gründe: DSGVO-Compliance, digitale Souveränität und europäischer Support. Besonders nach den Schrems-II-Urteilen und verschärften Datenschutzbestimmungen suchen Unternehmen nach verlässlichen Alternativen zu US-amerikanischen Cloud-Providern wie Oracle Cloud.
Was ist Open Telekom Cloud?
Unternehmens-Details
Open Telekom Cloud wurde 2016 als Joint Venture zwischen der Deutschen Telekom und Huawei Technologies gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Deutschland, wodurch die Plattform vollständig unter EU-Recht operiert. Mit über 500 Spezialisten im Bereich Cloud-Computing bedient das Unternehmen bereits mehr als 2.000 Kunden europaweit, darunter DAX-Konzerne wie Siemens, SAP und die Allianz Group. Die Finanzierung erfolgt durch die starke Backing der Deutschen Telekom, einem der größten Telekommunikationsunternehmen Europas.
Technische Basis
Die Open Telekom Cloud basiert auf OpenStack-Technologie und bietet eine vollständig europäische Cloud-Infrastruktur. Die Architektur ist als Public Cloud konzipiert, mit Hybrid- und Multi-Cloud-Optionen für Enterprise-Kunden. Die Plattform nutzt modernste Containertechnologien wie Kubernetes und unterstützt sowohl traditionelle virtuelle Maschinen als auch serverlose Computing-Ansätze. Sicherheits-Features umfassen End-to-End-Verschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung und integrierte DDoS-Protection.
Hauptfeatures
Elastic Cloud Server (ECS): Skalierbare virtuelle Maschinen mit verschiedenen CPU-, Memory- und Storage-Konfigurationen, optimiert für unterschiedliche Workloads von Webservern bis hin zu High-Performance-Computing.
Cloud Container Engine (CCE): Vollständig verwalteter Kubernetes-Service mit automatischen Updates, Load Balancing und integrierter CI/CD-Pipeline für moderne Container-Deployments.
Relational Database Service (RDS): Managed Database-Services für MySQL, PostgreSQL, Microsoft SQL Server und Oracle Database mit automatischen Backups und High-Availability-Konfigurationen.
Object Storage Service (OBS): S3-kompatible Objektspeicherung mit unbegrenzter Skalierbarkeit, Lifecycle-Management und Cross-Region-Replikation für Disaster Recovery.
Virtual Private Cloud (VPC): Isolierte Netzwerkumgebungen mit vollständiger Kontrolle über IP-Adressbereiche, Subnets, Routing-Tabellen und Security Groups.
Elastic Load Balancing (ELB): Application und Network Load Balancer mit SSL-Termination, Health Checks und automatischer Skalierung für hohe Verfügbarkeit.
Cloud Eye Monitoring: Umfassendes Monitoring und Alerting für alle Cloud-Ressourcen mit Custom Metrics, Dashboards und Integration in externe Monitoring-Tools.
Identity and Access Management (IAM): Granulare Zugriffskontrollen mit Role-Based Access Control (RBAC), Single Sign-On (SSO) und Multi-Factor Authentication.
Distributed Message Service (DMS): Managed Message Queuing mit Apache Kafka und RabbitMQ für zuverlässige Kommunikation zwischen Microservices.
Cloud Backup and Recovery (CBR): Automatisierte Backup-Lösungen für Virtual Machines, Databases und Objektspeicher mit Point-in-Time Recovery.
Datacenter & Compliance
Open Telekom Cloud betreibt Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und den Niederlanden, mit geplanter Expansion nach Frankreich und Polen bis 2025. Alle Server stehen physisch auf EU-Boden, wodurch vollständige DSGVO-Compliance gewährleistet ist. Die Plattform verfügt über ISO 27001, SOC 2 Type II, BSI C5 und CSA STAR-Zertifizierungen. Zusätzlich sind spezielle Datenschutz-Features wie automatische Datenlokalisierung, Privacy-Impact-Assessments und integrierte Consent-Management-Tools verfügbar.
Warum Open Telekom Cloud statt Oracle Cloud?
DSGVO & Datenschutz
Open Telekom Cloud bietet 100% EU-Datacenter-Coverage mit Servern in Biere (Deutschland) und Amsterdam (Niederlande). Im Gegensatz zu Oracle Cloud, das dem US CLOUD Act und FISA-Überwachungsgesetzen unterliegt, können EU-Behörden nicht ohne Rechtshilfeabkommen auf Daten zugreifen. Die Plattform bietet integrierte DSGVO-Tools wie automatische Datenklassifizierung, Löschungsautomatisierung und Einverständniserklärungsmanagement. Standardmäßig werden alle Datenverarbeitungsverträge (DPA) nach EU-Recht abgeschlossen, ohne zusätzliche Standard Contractual Clauses (SCCs) zu benötigen.
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Digitale Souveränität
Als europäisches Unternehmen unter deutscher Geschäftsführung unterliegt Open Telekom Cloud ausschließlich EU-Recht und deutschen Datenschutzbestimmungen. Es gibt keine Abhängigkeit von US-amerikanischen Gesetzen oder Geheimdienst-Zugriff durch FISA-Courts. Das Management, die Entwicklung und der Support erfolgen vollständig in Europa, wodurch digitale Souveränität für kritische Geschäftsprozesse gewährleistet ist.
Features & Funktionalität
Open Telekom Cloud bietet alle Standard-Cloud-Services wie Oracle Cloud, einschließlich Computing, Storage, Networking, Databases und Analytics. Besonders stark ist die Platform in Enterprise-Integrationen mit SAP HANA, Microsoft Active Directory und deutschen ERP-Systemen. Einzigartige Features umfassen die nahtlose Integration in deutsche Telekommunikationsinfrastruktur und spezielle Compliance-Tools für regulierte Branchen. Allerdings fehlen noch einige spezialisierte Services wie Machine Learning-Plattformen und Blockchain-as-a-Service, die Oracle Cloud bereits anbietet.
Support & Service
Der Support erfolgt vollständig in deutscher Sprache mit 24/7-Verfügbarkeit durch europäische Teams. Response-Zeiten liegen bei unter 15 Minuten für kritische Issues (Priority 1) und unter 4 Stunden für Standard-Anfragen. Die Dokumentation ist vollständig auf Deutsch verfügbar, einschließlich API-Referenzen und Best-Practice-Guides. Im Gegensatz zu Oracle Cloud gibt es keine Zeitzonenverzögerung bei Support-Anfragen aus Europa.
Performance
Für europäische Nutzer bietet Open Telekom Cloud deutlich bessere Latenzwerte als Oracle Cloud. Während Oracle-Datacenter in Frankfurt Latenzen von 20-40ms zu deutschen Standorten aufweisen, erreicht Open Telekom Cloud durch die optimierte Netzwerkinfrastruktur der Deutschen Telekom Werte unter 10ms. Die garantierte Verfügbarkeit liegt bei 99.95% mit SLA-backed Credits bei Unterschreitung. Performance-Tests zeigen besonders bei datenintensiven Workloads Vorteile durch die direkten Glasfaser-Verbindungen der Telekom-Infrastruktur.
Migration von Oracle Cloud
Vorbereitung
Beginnen Sie mit einer detaillierten Feature-Gap-Analyse zwischen Oracle Cloud und Open Telekom Cloud. Erstellen Sie ein vollständiges Inventar aller genutzten Oracle-Services, APIs und Integrationen. Planen Sie Team-Schulungen für die neuen Open Telekom Cloud-Services ein, da sich Management-Interfaces und CLI-Commands unterscheiden. Definieren Sie eine realistische Timeline mit Puffern für unvorhergesehene Kompatibilitätsprobleme.
Technische Migration
1. Test-Umgebung einrichten: Erstellen Sie eine identische Staging-Umgebung in Open Telekom Cloud mit denselben Netzwerk-Topologien und Sicherheitsgruppen wie in Oracle Cloud.
2. Daten exportieren: Nutzen Sie Oracle Cloud Export-Tools oder APIs, um Datenbank-Dumps, Object Storage-Inhalte und VM-Images zu extrahieren. Beachten Sie dabei Oracle-spezifische Formate.
3. Import in Open Telekom Cloud: Die Plattform bietet Migration-Tools für Standard-Formate. VM-Images können über das Import/Export-Feature migriert werden, Datenbanken über native Restore-Funktionen.
4. Konfiguration anpassen: Passen Sie Netzwerk-Konfigurationen, Security Groups und Load Balancer-Settings an die Open Telekom Cloud-Architektur an.
5. Integrationen migrieren: Ersetzen Sie Oracle-spezifische APIs durch Open Telekom Cloud-Äquivalente. Nutzen Sie dabei die umfangreiche REST API-Dokumentation.
6. Testing-Phase: Führen Sie umfangreiche Funktions- und Performance-Tests durch, um sicherzustellen, dass alle Anwendungen ordnungsgemäß funktionieren.
7. Go-Live: Planen Sie das Cutover für verkehrsschwache Zeiten und halten Sie Rollback-Pläne bereit.
Herausforderungen
Die größten Herausforderungen liegen in Oracle-spezifischen APIs, die nicht direkt übertragbar sind. Besonders Oracle Database-spezifische Features wie RAC (Real Application Clusters) oder Oracle-eigene PL/SQL-Packages müssen möglicherweise angepasst werden. Datenformat-Konvertierungen können bei komplexen Object Storage-Strukturen zeitaufwändig werden. Die Team-Adoption erfordert Umschulung, da sich Workflows und Management-Tools unterscheiden.
Zeitrahmen
Kleine Deployments (< 10 VMs): 2-4 Wochen für vollständige Migration einschließlich Testing und Go-Live.
Mittelgroße Umgebungen (10-100 VMs): 2-3 Monate mit parallelem Betrieb beider Systeme während der Übergangsphase.
Enterprise-Migrations (> 100 VMs): 6-12 Monate mit phasenweisem Ansatz und umfangreichen Compliance-Validierungen.
Feature-Vergleich
| Kategorie | Open Telekom Cloud | Oracle Cloud |
|---|---|---|
| Computing (VMs) | ✅ ECS mit 20+ Instance-Typen | ✅ Compute mit 50+ Shapes |
| Container Platform | ✅ Managed Kubernetes (CCE) | ✅ Oracle Container Engine |
| Object Storage | ✅ S3-kompatibel, unlimited | ✅ Object Storage mit Lifecycle |
| Managed Databases | ✅ MySQL, PostgreSQL, SQL Server | ✅ Inklusive Oracle Database |
| DSGVO-Tools | ✅ Vollständig integriert | ⚠️ Zusätzliche Konfiguration |
| EU-Datacenter | ✅ 100% Deutschland/Niederlande | ⚠️ Frankfurt verfügbar |
| API-Kompatibilität | ✅ REST APIs, OpenStack | ✅ REST APIs, proprietär |
| Integrationen | 500+ verfügbar | 1000+ verfügbar |
| Machine Learning | ❌ In Entwicklung | ✅ Umfangreiche ML-Services |
| Deutscher Support | ✅ 24/7 deutschsprachig | ⚠️ Englisch, teilweise Deutsch |
| Pricing | ✅ Transparent, Euro-basiert | ⚠️ Komplex, USD-basiert |
Open Telekom Cloud punktet besonders bei DSGVO-Compliance und deutschsprachigem Support, während Oracle Cloud ein breiteres Service-Portfolio bietet. Für Machine Learning und Advanced Analytics ist Oracle noch überlegen, aber Open Telekom Cloud holt bei Enterprise-Features auf.
FAQ
Ist Open Telekom Cloud wirklich DSGVO-konform?
Ja, vollständig. Alle Server stehen physisch in Deutschland und den Niederlanden. Es gibt ISO 27001, SOC 2 Type II und BSI C5-Zertifizierungen. Datenverarbeitungsverträge nach EU-Recht sind Standard, ohne zusätzliche SCCs. Integrierte Privacy-Tools und automatische Datenlokalisierung gewährleisten vollständige DSGVO-Compliance.
Wie schwierig ist die Migration von Oracle Cloud?
Mittlere Komplexität. Standard-Workloads wie VMs und Datenbanken lassen sich relativ einfach migrieren. Oracle-spezifische Features wie RAC oder proprietäre APIs erfordern Anpassungen. Zeitrahmen: 2-4 Wochen für kleine, 2-3 Monate für mittelgroße Deployments. Migration-Tools und Support sind verfügbar.
Welche Features fehlen im Vergleich zu Oracle Cloud?
Hauptsächlich Advanced Analytics, Machine Learning-Services und Blockchain-Plattformen. Oracle Database-spezifische Features wie Exadata sind nicht verfügbar. Das Service-Portfolio ist kleiner (ca. 50 vs. 100+ Services), aber deckt alle Standard-Enterprise-Anforderungen ab.
Wie ist der deutschsprachige Support?
Exzellent. 24/7-Support durch deutsche Teams, Response-Zeit unter 15 Minuten für kritische Issues. Vollständig deutsche Dokumentation und API-Referenzen. Telefon, Chat und Ticket-Support verfügbar. Keine Zeitzonenverzögerung wie bei US-Providern.
Gibt es versteckte Kosten?
Nein, transparente Euro-basierte Preisstruktur. Pay-as-you-use ohne Mindestverträge für die meisten Services. Support ist inklusive, nur Premium Support kostet extra. Keine Egress-Gebühren zwischen EU-Regionen. Preisrechner zeigt alle Kosten vorab an.
Welche Integrationen werden unterstützt?
Über 500 Integrationen verfügbar, darunter alle Major-Tools wie Terraform, Ansible, Jenkins, GitLab CI/CD. Deutsche ERP-Systeme wie SAP sind optimal integriert. Microsoft Active Directory, LDAP und SSO-Lösungen werden nativ unterstützt. REST APIs für Custom Integrationen.
Kann man Open Telekom Cloud self-hosten?
Nein, es ist eine Public Cloud-Plattform. Allerdings gibt es Hybrid-Cloud-Optionen mit direkten Verbindungen zu On-Premise-Systemen über die Telekom-Infrastruktur. Private Cloud-Lösungen sind als separate Enterprise-Services verfügbar, aber nicht als Self-Hosting der Standard-Platform.
Für wen ist Open Telekom Cloud NICHT geeignet?
Unternehmen, die ausschließlich auf Oracle Database-spezifische Features angewiesen sind. Startups, die primär Machine Learning/AI-Services benötigen. Global agierende Firmen, die zwingend asiatische oder amerikanische Datacenter brauchen. Entwickler, die das größtmögliche Service-Ökosystem benötigen.
Fazit
Für wen geeignet?
✅ Ideal für:
- Deutsche und europäische Unternehmen mit strengen DSGVO-Anforderungen
- NIS2-pflichtige Organisationen (Energie, Verkehr, Gesundheit)
- Finanzdienstleister und Versicherungen mit Compliance-Fokus
- Öffentliche Verwaltung und Behörden
- Mittelständische Unternehmen mit EU-Fokus
- Datenschutz-sensible Branchen wie Healthcare und Legal
⚠️ Einschränkungen:
- Kleineres Service-Ökosystem als Oracle Cloud
- Weniger Machine Learning und Analytics-Services
- Migration erfordert Anpassung Oracle-spezifischer Features
- Noch keine globale Datacenter-Abdeckung außerhalb EU
Zusammenfassung
Open Telekom Cloud bietet eine solide europäische Alternative zu Oracle Cloud. Besonders für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen und Fokus auf digitale Souveränität ist die Plattform erste Wahl. Die Kombination aus DSGVO-konformem Hosting, deutschsprachigem Support und transparenter Preisgestaltung überzeugt. Zwar fehlen noch einige Advanced Services, aber für Standard-Enterprise-Workloads ist Open Telekom Cloud vollkommen ausreichend und oft sogar überlegen. Die Migration von Oracle Cloud ist machbar, erfordert aber sorgfältige Planung.
→ Offizielle Website: https://open-telekom-cloud.com/en
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