IBM Cloud dominiert den Markt. Doch europäische Anbieter wie Exoscale holen auf. Der Schweizer Cloud-Provider bietet europäischen Unternehmen eine interessante Alternative mit EU-Datencentern, DSGVO-Compliance und transparenten Preisen. Technisch gleichwertig? Besser für deutsche Unternehmen mit Compliance-Anforderungen?
Was ist Exoscale?
Unternehmens-Details
Exoscale wurde 2011 in der Schweiz gegründet und hat sich als führender europäischer Cloud-Infrastructure-Provider etabliert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Lausanne beschäftigt über 100 Mitarbeiter und betreut mehr als 15.000 Kunden weltweit. Zu den Referenzkunden zählen bekannte europäische Unternehmen wie Swisscom, CERN und verschiedene Fintech-Startups.
Das Unternehmen ist vollständig in europäischem Besitz und unterliegt schweizerischem sowie EU-Recht. Exoscale hat sich auf Infrastructure-as-a-Service (IaaS) spezialisiert und bietet eine vollständig API-gesteuerte Cloud-Plattform.
Technische Basis
Exoscale basiert auf Apache CloudStack als Orchestrierung-Layer und nutzt KVM-Virtualisierung für optimale Performance. Die Plattform ist vollständig API-first konzipiert und bietet REST-APIs für alle Services. Open-Source-Tools und Standards stehen im Fokus – von Kubernetes über Terraform bis hin zu Ansible-Integration.
Sicherheitstechnisch setzt Exoscale auf Hardware-Security-Module (HSM), End-to-End-Verschlüsselung und Multi-Faktor-Authentifizierung. Private Networking mit VPC-Funktionalität sorgt für Netzwerk-Isolation zwischen Workloads.
Hauptfeatures
Compute Instances: Skalierbare virtuelle Maschinen von Micro- bis XXL-Größen mit garantierten Ressourcen
Kubernetes Service (SKS): Managed Kubernetes mit automatischen Updates und Multi-Master-Setup
Block Storage (SBS): Hochperformante SSD-basierte Speichervolumes mit bis zu 16TB Größe
Object Storage (SOS): S3-kompatible Objektspeicherung mit unbegrenzter Skalierbarkeit
Database as a Service: Managed MySQL, PostgreSQL, Redis, Kafka und OpenSearch
Load Balancer: Layer-4 und Layer-7 Load Balancing mit SSL-Termination
Private Networks: Isolierte Netzwerke mit VLAN-Segmentierung und VPN-Gateways
Anti-DDoS Protection: Automatischer Schutz vor DDoS-Attacken bis 10 Gbps
Backup Solutions: Automatisierte Snapshot-Erstellung und Point-in-Time-Recovery
Monitoring & Alerting: Integrierte Metriken mit Grafana-Dashboard und Webhook-Integration
Datacenter & Compliance
Exoscale betreibt Rechenzentren in sechs europäischen Ländern: Schweiz (Genf, Zürich), Deutschland (Frankfurt, München), Österreich (Wien) und Bulgarien (Sofia). Alle Standorte sind ISO 27001, SOC 2 Type II und ISAE 3402 zertifiziert.
Das Unternehmen ist vollständig DSGVO-konform und bietet standardmäßig Datenverarbeitungsverträge (DPA) an. Zusätzlich erfüllt Exoscale die Anforderungen des Schweizer Datenschutzgesetzes (DSG) und ist für den öffentlichen Sektor nach Common Criteria EAL4+ zertifiziert.
Warum Exoscale statt IBM Cloud?
DSGVO & Datenschutz
Der entscheidende Vorteil von Exoscale liegt in der europäischen Datenhoheit. Alle Server stehen ausschließlich in EU-/EFTA-Ländern (Schweiz, Deutschland, Österreich). IBM Cloud hingegen ist primär in den USA ansässig und unterliegt dem US CLOUD Act sowie FISA-Gesetzen, die US-Behörden Zugriff auf Daten gewähren können – auch auf europäischen Servern.
Exoscale bietet integrierte DSGVO-Tools wie automatische Datenklassifikation, Einwilligungsmanagement und Löschautomatiken. Der Datenverarbeitungsvertrag ist standardmäßig in allen Verträgen enthalten, während IBM Cloud dies als zusätzliche Option anbietet.
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Digitale Souveränität
Als Schweizer Unternehmen unterliegt Exoscale ausschließlich europäischem Recht. Das Management, die Entwicklung und der Support sind vollständig in Europa angesiedelt. Es gibt keine Abhängigkeit von US-amerikanischen Mutterkonzernen oder deren politischen Entscheidungen. Dies wird besonders relevant für kritische Infrastrukturen und NIS2-pflichtige Unternehmen.
Features & Funktionalität
Technisch ist Exoscale IBM Cloud in den Core-IaaS-Services ebenbürtig. Beide bieten skalierbare Compute-Instances, Block Storage, Object Storage und Kubernetes-Services. Exoscale punktet mit einfacherer API-Struktur und transparenterem Pricing ohne versteckte Kosten.
IBM Cloud hat jedoch Vorteile bei Enterprise-Services wie Watson AI, Hybrid Cloud-Integration und Legacy-Mainframe-Konnektivität. Diese speziellen Services fehlen bei Exoscale, das sich auf moderne Cloud-Native-Workloads fokussiert.
Unique Features von Exoscale sind die Anti-DDoS-Protection ohne Aufpreis, kostenlose Datenübertragung zwischen Availability Zones und transparente Per-Second-Abrechnung.
Support & Service
Exoscale bietet deutschsprachigen Support über Ticket-System, Live-Chat und Telefon-Hotline. Die Dokumentation ist vollständig in deutscher Sprache verfügbar. Response-Zeiten liegen bei unter 4 Stunden für Priority-Tickets. IBM Cloud Support ist primär englischsprachig, deutsche Dokumentation ist unvollständig.
Zeitzonenbedingt ist Exoscale für europäische Kunden besser erreichbar – Support-Zeiten von 8-18 Uhr MEZ versus IBM Cloud Kernzeiten in US-Zeitzonen.
Performance
Für europäische Nutzer bietet Exoscale deutlich bessere Latenz-Werte. Durchschnittliche Ping-Zeiten von deutschen Standorten liegen bei 10-30ms zu Exoscale versus 80-120ms zu IBM Cloud US-East. Exoscale garantiert 99,95% Uptime per SLA, IBM Cloud bietet ähnliche Verfügbarkeits-Garantien.
Migration von IBM Cloud
Vorbereitung
Die Migrations-Vorbereitung beginnt mit einer Feature-Gap-Analyse. Listen Sie alle genutzten IBM Cloud Services auf und prüfen Sie die Verfügbarkeit bei Exoscale. Besonders IBM-spezifische Services wie Watson oder Cloud Functions benötigen alternative Lösungen.
Erstellen Sie ein vollständiges Daten-Inventar inklusive Datenvolumen, Datentypen und Abhängigkeiten. Dokumentieren Sie bestehende Integrationen, API-Calls und Automatisierungsscripts. Planen Sie Team-Schulungen für die neuen Exoscale-Tools ein – mindestens 2-4 Wochen vor der Migration.
Technische Migration
1. Test-Umgebung: Richten Sie eine parallele Umgebung bei Exoscale ein und testen Sie alle kritischen Workloads
2. Daten-Export: Nutzen Sie IBM Cloud CLI oder APIs für strukturierte Datenexporte. Bei großen Datenmengen (>1TB) empfiehlt sich physischer Transfer
3. Import zu Exoscale: Exoscale bietet Migration-Tools und APIs für Standard-Formate. VM-Images können direkt importiert werden
4. Konfiguration: Passen Sie Netzwerk-Konfigurationen, Sicherheitsgruppen und Load-Balancer-Settings an Exoscale-Standards an
5. Integrationen: Migrieren Sie Monitoring, Logging und Backup-Integrationen. Terraform-Scripts müssen auf Exoscale-Provider umgestellt werden
6. Testing: Führen Sie umfassende Funktionstests, Performance-Tests und Sicherheitstests durch
7. Go-Live: Stufenweise Migration mit DNS-Umstellung und Fallback-Möglichkeiten
Herausforderungen
API-Unterschiede zwischen IBM Cloud und Exoscale erfordern Anpassungen in Automatisierungs-Scripts. IBM Cloud Functions (Serverless) hat kein direktes Äquivalent bei Exoscale – hier müssen Container-basierte Lösungen implementiert werden.
Datenformat-Konvertierungen sind meist minimal, da beide Anbieter Standard-Formate nutzen. Jedoch können IBM-spezifische Metadaten verloren gehen. Team-Adoption kann herausfordernd sein, wenn Teams stark an IBM-Tools gewöhnt sind.
Zeitrahmen
Kleine Deployments (<10 Instanzen): 2-4 Wochen inklusive Testing
Mittlere Umgebungen (10-100 Instanzen): 6-12 Wochen mit stufenweiser Migration
Enterprise-Setups (>100 Instanzen): 3-6 Monate abhängig von Komplexität und Custom-Integrationen
Feature-Vergleich
| Kategorie | Exoscale | IBM Cloud |
|---|---|---|
| Compute Instances | ✅ KVM-basiert, garantierte Ressourcen | ✅ Bare Metal + Virtual Servers |
| DSGVO-Tools | ✅ Integriert, DPA standard | ⚠️ Teilweise, kostenpflichtig |
| EU-Datacenter | ✅ 100% Europa (6 Standorte) | ❌ Optional, primär USA |
| Kubernetes | ✅ Managed SKS | ✅ Red Hat OpenShift |
| Object Storage | ✅ S3-kompatibel | ✅ Cloud Object Storage |
| Serverless | ❌ Nicht verfügbar | ✅ Cloud Functions |
| AI/ML Services | ❌ Nur Infrastruktur | ✅ Watson Suite |
| Hybrid Cloud | ⚠️ Limitiert | ✅ Vollständig integriert |
| Deutscher Support | ✅ Vollständig deutsch | ⚠️ Primär englisch |
| Pricing | ✅ Transparent, per Sekunde | ⚠️ Komplex, viele Add-ons |
Exoscale überzeugt bei Datenschutz, Transparenz und Europa-Fokus. IBM Cloud punktet mit Enterprise-Features, AI-Services und Hybrid-Cloud-Fähigkeiten. Für reine IaaS-Workloads ist Exoscale technisch gleichwertig und oft kosteneffizienter.
FAQ
Ist Exoscale wirklich DSGVO-konform?
Ja, Exoscale ist vollständig DSGVO-konform. Alle Datacenter stehen in der EU/EFTA, das Unternehmen ist ISO 27001 zertifiziert und bietet standardmäßige Datenverarbeitungsverträge. Zusätzlich unterliegt Exoscale nicht dem US CLOUD Act.
Wie schwierig ist die Migration von IBM Cloud?
Die Migration-Komplexität hängt von genutzten Services ab. Standard-IaaS-Workloads migrieren relativ einfach in 2-4 Wochen. Bei IBM-spezifischen Services wie Watson oder Cloud Functions sind alternative Lösungen nötig, was die Migration auf 3-6 Monate verlängern kann.
Welche Features fehlen im Vergleich zu IBM Cloud?
Exoscale bietet keine Serverless-Computing (Cloud Functions), AI/ML-Services oder umfassende Hybrid-Cloud-Integration. Mainframe-Konnektivität und spezielle Enterprise-Services von IBM sind nicht verfügbar.
Wie ist der deutschsprachige Support?
Exoscale bietet vollständig deutschen Support via Ticket, Live-Chat und Telefon. Dokumentation ist komplett deutsch verfügbar. Response-Zeiten liegen unter 4 Stunden für Priority-Tickets, Support-Zeiten 8-18 Uhr MEZ.
Gibt es versteckte Kosten?
Nein, Exoscale verwendet transparente Per-Second-Abrechnung ohne Setup-Gebühren oder Mindestlaufzeiten. Anti-DDoS-Schutz und interne Datenübertragung sind kostenlos. Nur ausgehender Internet-Traffic wird nach Volumen berechnet.
Welche Integrationen werden unterstützt?
Exoscale unterstützt Terraform, Ansible, Kubernetes, Docker, GitLab CI/CD, Jenkins, Prometheus, Grafana und viele weitere DevOps-Tools. API-Integration in eigene Systeme ist vollständig dokumentiert.
Kann man Exoscale self-hosten?
Nein, Exoscale ist ausschließlich als Public Cloud verfügbar. On-Premise-Lösungen oder Private Cloud-Deployments werden nicht angeboten. Der Fokus liegt auf Multi-Tenant-Public-Cloud-Services.
Für wen ist Exoscale NICHT geeignet?
Exoscale eignet sich nicht für Unternehmen, die zwingend Serverless-Computing, AI/ML-Services oder umfassende Hybrid-Cloud-Integration benötigen. Auch bei Legacy-Mainframe-Anbindungen oder sehr spezifischen Enterprise-Requirements ist IBM Cloud besser geeignet.
Fazit
Für wen geeignet?
✅ Ideal für:
- Unternehmen mit strengen DSGVO-Anforderungen
- NIS2-pflichtige Organisationen und kritische Infrastrukturen
- Finanzdienstleister und Gesundheitswesen mit Compliance-Fokus
- KMU und Startups mit Europa-Fokus
- DevOps-Teams mit Cloud-Native-Workloads
- Datenschutz-sensible Use-Cases ohne US-Datenübertragung
⚠️ Einschränkungen:
- Keine Serverless-Funktionen oder AI/ML-Services
- Kleineres Partner-Ökosystem als IBM
- Migrations-Aufwand bei IBM-spezifischen Services
- Weniger Enterprise-Features für Legacy-Systeme
Zusammenfassung
Exoscale bietet eine solide europäische Alternative zu IBM Cloud, besonders für Unternehmen mit Compliance-Anforderungen und Europa-Fokus. Die technische Qualität ist bei Standard-IaaS-Services gleichwertig, während Datenschutz und digitale Souveränität klar für Exoscale sprechen. Für moderne Cloud-Native-Workloads ist Exoscale oft die bessere Wahl – bei Legacy-Systemen und speziellen Enterprise-Services bleibt IBM Cloud führend.
→ Offizielle Website: https://www.exoscale.com
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